2015 – zweistufiges kooperatives Auswahlverfahren für den Standort Bonn-Center, Bonn-Gronau

Das Bonn-Center am Bundeskanzlerplatz wurde 1968/69 als größerer Gebäudekomplex mit einem 18-geschossigen Hochhaus für Nutzungen in Verbindung mit den nahe gelegenen Regierungsfunktionen von einem Investorenkonsortium nach Plänen des Düsseldorfer Architekten Friedrich-Wilhelm Gerasch errichtet.

Vor allem aufgrund funktionaler und baulicher Mängel sowie der hohen Verbrauchs- und Nebenkosten haben die Leerstände in der Immobilie in den vergangenen Jahren gravierend zugenommen. Die nicht mehr zeitgemäße architektonische Erscheinung sowie die mangelhafte Adressbildung machen das Bonn-Center sowohl für große wie auch für kleinere Nutzer unattraktiv.

Über die AIRE Bundeskanzlerplatz Verwaltungs GmbH, eine Projektgesellschaft der Art-Invest Real Estate GmbH aus Köln, konnte das Grundstück im August 2014 erworben werden. Da eine Objektanalyse zu dem Schluss kam, dass eine Sanierung und erneute Vermietung des Bestands wenig Erfolg versprechend ist, hat man sich dazu entschlossen, das Grundstück freizulegen und einer zeitgemäßen Neubebauung zuzuführen. Zur Gewährleistung der städtebaulichen, funktionalen und architektonischen Qualität hat ulrich hartung gmbh für die AIRE in Kooperation mit der Bundesstadt Bonn ein zweistufiges, konkurrierendes Auswahlverfahren zur Qualifizierung von Städtebau und Architektur durchgeführt. Von den ursprünglich neun eingeladenen, namhaften nationalen und internationalen Architekturbüros wurden von einem Auswahlgremium in der ersten Stufe vier ausgesucht, die ihre Lösung in der zweiten Stufe des Verfahrens unter Berücksichtigung der Empfehlungen des Auswahlgremiums konkretisieren durften. Das Auswahlgremium war mit Architekten und Stadtplanern, Vertretern der Stadt Bonn sowie des Grundstückseigentümers hochrangig besetzt.

Der Entwurf des Kölner Büros JSWD Architekten konnte sich zum Abschluss der zweiten Stufe des Verfahrens durchsetzen. Das Auswahlgremium würdigte u. a. die hohe städtebauliche Präsenz des weithin als Landmarke sichtbaren Hochhauses und die Öffnung des zentralen Platzes zum umgebenden Stadtraum.